Ein Kleber, der bei Holz hervorragend hält, kann auf Keramik oder Kunststoff versagen, und umgekehrt gilt das ebenso, auch wenn die Verpackung auf den ersten Blick vielseitig wirkt. Wer eine Reparatur beginnt, ohne vorher kurz über das Material nachzudenken, riskiert, dass die Verbindung schon nach kurzer Zeit wieder nachgibt, oft genau dann, wenn der Gegenstand wieder benutzt wird. Ein kurzer Blick auf die Verpackung und das zu klebende Material spart am Ende viel Frustration und unnötige zweite Versuche. Gerade bei Gegenständen mit mehreren unterschiedlichen Materialien lohnt sich diese kurze Überlegung besonders. So vermeidet man, zwei völlig unterschiedliche Klebertypen gleichzeitig verwenden zu müssen.
Bei Holz eignet sich meist ein Kleber, der in die Fasern einziehen und dort aushärten kann, während glatte, nicht saugende Oberflächen wie Keramik oder Glas einen anderen Kleber verlangen, der auf der Oberfläche selbst eine feste Verbindung schafft. Kunststoff wiederum reagiert je nach Art sehr unterschiedlich, weshalb hier die Angaben auf der Verpackung besonders wichtig sind und im Zweifel genauer gelesen werden sollten. Metall verlangt oft nach einem Kleber, der auch Vibration und Temperaturwechsel gut übersteht, gerade bei Gegenständen, die draußen stehen. Wer sich unsicher ist, kann in vielen Fachgeschäften auch direkt nachfragen, welcher Kleber für die jeweilige Materialkombination empfohlen wird.
Einen Test an unauffälliger Stelle machen
Bevor die eigentliche Reparatur beginnt, lohnt sich ein kurzer Test an einer verdeckten Stelle des Gegenstands, auch wenn das einen zusätzlichen Schritt bedeutet. So zeigt sich, ob der gewählte Kleber tatsächlich hält und ob er die Oberfläche nicht verfärbt oder angreift, bevor an sichtbarer Stelle etwas unwiderruflich schiefgeht. Gerade bei empfindlichen oder wertvollen Gegenständen ist dieser kleine Umweg jede Minute wert. Eine verdeckte Stelle findet sich fast immer, etwa an der Unterseite oder im Inneren des Gegenstands.
Auch die Trocknungszeit unterscheidet sich stark zwischen verschiedenen Klebern, und wer zu früh weiterarbeitet, riskiert eine schwache Verbindung, die schon bei geringer Belastung wieder nachgibt. Eine ruhige Stelle, an der der Gegenstand ungestört aushärten kann, ist deshalb genauso wichtig wie die Wahl des richtigen Klebers selbst. Ein Blick auf die angegebene Trocknungszeit auf der Verpackung hilft, realistisch zu planen, wann der Gegenstand wieder benutzt werden kann. Wer diese Zeit einhält, erspart sich meist eine zweite, mühsame Reparatur.
Mit dem passenden Kleber für das jeweilige Material hält eine Reparatur oft über Jahre, statt nach wenigen Wochen erneut auseinanderzufallen. Die paar Minuten, die eine bewusste Wahl kostet, zahlen sich durch ein deutlich besseres und dauerhafteres Ergebnis aus, das sich auch optisch sehen lassen kann. Mit der Zeit entwickelt man ein gutes Gefühl dafür, welcher Kleber zu welchem Material passt, ohne jedes Mal lange nachlesen zu müssen. So wird jede weitere Reparatur ein Stück einfacher und selbstverständlicher.